Frau Nina

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Hello 2019 & warum Vorsätze überholt sind.

Der Erste Tag im Jahr 2019, puh. Irgendwie fühlen sich die Ersten Tage im neuen Jahr immer seltsam an. Ich bin auch ganz froh, dass der ganze Weihnachts- und Silvester-Kladderadatsch vorbei ist. Bei Instagram sieht man ständig nur Neujahrsvorsätze und passende Bilder dazu, in denen die Leute ihre Vorsätze in ein leeres Feld einfügen. Als könnten sie eine schlechte Gewohnheit ausradieren und sie mal eben mit ein paar Buchstaben ersetzen. Ab dem 1.1. XX wird alles besser/anders. Warum Vorsätze überholt sind? Ich spreche aus jahrelanger Erfahrung. Als Teenager saß ich jedes Jahr, am 31. Dezember vor einem Notizbuch und versuchte mir neue Vorsätze aus dem Ärmel zu ziehen. Das Ganze hielt maximal 3-4 Tage, danach tauchten alte Gewohnheiten auf. Irgendwann nahm ich mir nichts neues mehr vor, keine Vorsätze! Mit dem ‚Alter‘ begriff ich, dass es keinen Neujahreswechsel braucht, um Dinge oder schlechte Gewohnheiten zu ändern. Das kann man an jedem x-beliebigen Tag tun, wäre da nicht der innere Schweinehund. Bei McFit bekommt man ab Januar eine Mitgliedschaft um die 4-5€ für die ersten 6 Monate. Das ist nett, wirklich nett. Und zieht bestimmt auhc viele eifrige Leute an, die sich ihr Bäuchlein heimlich wegdenken. Meistens zahlen viele dann aber doch nur das Studio ohne selbst einen Fuß reingesetzt zu haben. Erst übereifrig, dann kommt die Faulheit. Glaubt mir, ich kenne das! Und ich möchte ich gar keine Leute schlecht reden, die zu faul sind zum Gym zu gehen. Ich möchte viel mehr meine Gedanken zur Massen-Vorsatz-Hysterie teilen. Wir brauchen keine Vorsätze. Und wenn man sich für eine Veränderung noch nicht bereit fühlt, dann wird die Zeit kommen, in der man sich aktiv für ein neues Ziel einsetzt. Es gibt sicher Leute, denen helfen Vorsätze ungemein. Ich persönlich zähle nicht dazu. Zu viel Druck, zu viel Vorsatz, zu viel Erwartung.

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Manchmal. Wenn ich wieder über das Leben nachdenke. Wie endlich alles ist, zu sein scheint, sich anfühlt. Wie endlich wir sein können. Wie schnell wir bereuen, wie selten wir vergeben. Wie viel Wut wir in unserem Körper herumtragen, mit uns schleppen. Krallen uns an Gefühlen fest.

wut komprimieren. runterschlucken. wie immer, im dämmerlicht. lass uns anstoßen, auf ein leben welches wir nie leben werden. lass uns loslassen, was uns runterzieht. lass uns weglaufen, irgendwo – egal wohin. lass uns grau in grau sein, weit weg von all dem.

Die Menschen beobachten. Wie sie wie kleine Ameisen durch die Ritzen und Ecken der Stadt krabbelten. Hektisch, unnahbar, mit verzerrter Miene.

Und wenn wir gewusst hätten, wo wir landen würden..
… dann wären wir weggelaufen.

Von ganz oben betrachtet spielt das gar keine große Rolle. Manchmal vermisse ich es, manchmal nicht. Sag du’s mir..

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wenn du nicht gesehen werden willst, sieht dich keiner…

Ich kann mich heute schlecht selbst aushalten. Meine Füße tragen mich durch die kalten Straßen Berlins. Meine Zweifel, gestärkt von der Einsamkeit der Großstadt. Mein Geist, geschwächt von der Fülle der Umgebung. Ein Fuß vor den nächsten – immer weiter, immer schneller. Innerlich nur aufgewühlte Gedanken, als würde mein Kopf explodieren.

Wenn du nicht weißt, wohin du gehen sollst, dann läufst du blind durch die engen Gassen des Lebens. Du lehnst dich innerlich gegen Bordsteinkanten und Passanten auf, brichst äußerlich aus. Wehrst dich gegen aufkommende Emotionen, schluckst Wut herunter und etwas Vergangenheit gleich mit. Als würdest du im Kreis laufen. Immer wieder.
Eine Runde mehr, ein gutes Gewissen weniger.

Ich kann dir die Welt nicht erklären, den versteckten Hass nicht übersetzen. Kann dir Freiheit nicht geben und dich vor der Wahrheit nicht schützen.

Laufe selbst meine Runden, im Kreislauf des Lebens. Füße wund vom vielen denken. Denn mit jeder weiteren Runde, stirbt in meinem Kopf ein Stück Hoffnung, ein Stück Leben. Ein bisschen „wie früher“, als sie noch lebte – das wär’s jetzt. Stattdessen gibt es betäubende Strategien zur Gedankenbewältigung. 0815 im kalten Berlin. Du kannst unauffällig durch die Straßen schleichen, wenn du nicht gesehen werden willst, sieht dich keiner.

drei Jahre.

Entwurf. 3 Jahre. Dein Kopf auf meiner Brust, dein Bart sticht mir in die Wange, kitzelt mich am Kinn.
Ich schlucke die Sehnsucht runter, umarme die Geborgenheit. Ein Teil von mir steht auf, ein anderer bleibt liegen.
Zwei Superhelden im Schlafanzug.

Dich wiederzusehen war dem Alkohol geschuldet. Und doch ist irgendwo ein Teil in mir, der sich wieder die alten Zeiten wünscht. Weißt du was ich mich frage? Zwischen all den Sommern und Wintern, zwischen all den guten und schlechten Tagen, in denen Funkstille herrschte, wo waren wir dort?
Wo war ich?
Wie oft hast du an mich gedacht? An uns?  Wo warst du, als der Schmerz mich überkam?

Vermisse deinen Schatten auf meiner Haut. Meine Lippen brennen, als wäre ein Kuss erst eine halbe Minute Vergangenheit. Meine Synapsen hängen an Erinnerungen fest. Mein Körper vibriert, seitdem ich dich erneut gesehen habe. Ich versuche das unbehagliche Gefühl abzuschütteln. Gehe raus, in den kalten Winter Berlin’s. Laufe schneller, immer schneller. Will vor den Erinnerungen weglaufen, damit sie mich nicht einholen. Damit mein Körper keine Sehnsucht verspürt. Weil alles mal so intensiv war, so viel ich und du. So viel wir.

who are you?

Who are you, really?

you are not a name or a weight or a gender. you are not an age and you are not where you are from. 

you are your favorite books and the songs stuck in your head. you are your thoughts and what you eat for breakfast on saturday mornings. 

you are thousand things but everyone chooses to see the million things you are not.

you are not where you are from. you are where you’re going and i’d like to go there too.

Mein Kopf schlägt schneller als mein Herz.

Dir würde Glück besser stehen als mir. Und Liebe vielleicht auch. Gerechtigkeit. Und Leichtigkeit. Mein Kopf schlägt schneller als mein Herz.

Manchmal, zwischen null und ein Uhr Nachts, dann wenn ich mich temporär in das Gefühl verliebe verliebt zu sein.

Und ich küsse dich trotzdem, küsse dich, weil deine Küsse anders schmecken. Nach Liebe und Leidenshaft und Verlangen. Manchmal auch nach Begierde und Hass, aber kein fieser Hass, sondern lustvoller Hass.

Selten schenke ich dir ein Gefühl der Freiheit mit meinen Lippen. Weil sie versiegelt sind. Nicht dürfen, nicht sollen, nicht nicht nicht.

Und dann sitzen wir uns ganz nah und ich spüre deinen Atem, spüre ihn ganz deutlich auf meiner Haut.

Kippe meinen Kopf an deine Schulter und lasse mit meinem Schädel das Gefühl der Vollständigkeit und Hoffnung fallen. Lege meinen Glauben an das Gute ein Stückchen beiseite.

Lehne mich selbst zu sehr aus dem Fenster, so wie früher, als die Fenster noch groß und kunterbunt waren. Und als die kleinen Mininaturmenschen auf dem Gehweg wie kleine Statisten aussahen. Hektisch zappelten sie umher, mit ihnen mein Blick, der nie standhaft auf einem Fleck pulsierte, immer getrieben nach dem großen etwas. Immer in Reichweite der unsagbaren Hoffnung des Lebens, ungezügelt und voller Freiheit. Unabhängig und unweigerlich gut, schön und bunt.

Kippe meinen Kopf rücklings gegen den Heizkörper, spüre wie die kalten Rillen sich in mein Schulterblatt bohren. Und irgendwie mal kurz unendlich sein, den Trubel der Straße ausblenden, vergessen wer wir waren und wer wir sein werden.

„Bin ich jetzt frei?“ lachte ich bitter. „Nur für den Moment“ sagte er. Und so sitzen wir da, die Knie bis unters Kinn angezogen, die Arme fest um unsere schmalen Beine umschlungen. Gedanklich weit weg, Kopf aus. Herz an.

Ich fühle etwas, endlich fühle ich etwas. Radiere Gedankenstücke aus meinem Hirn. Erschaffe neue Theorien und Träume. Schließe die Augen, lausche dem Wind der sich durch die Fensterbank drückt.

Erwache mit einem Schreck. Du beugst dich aus dem Fenster, in deiner Hand ein Glas. Gedankenverloren suchst du die Straße unter uns nach einer Antwort ab. Findest nichts, resignierst, hoffst aber weiter. Hoffst, dass dieses Fenster irgendwann wieder kunterbunt sein wird. Denn spätestens dann, sind wir es auch wieder.

aus Wörtern eine Realität formen.

Aus Wörtern eine Realität formen.

Rückblick. Es bricht mir das Herz. Ich bringe Tage damit zu, aus Wörtern eine Realität zu formen. Bessere Worte finde ich nicht. Du stehst vor mir und ich blicke dir direkt in deine leere Hülle. Meine Augen wandern bis zu deinen Füßen, halten an deinen kräftigen Schultern an und blicken dir wieder in deine leeren Augen. Mit einem Schwung möchte ich dir in die Arme hüpfen. Was habe ich getan, in dem Moment, als du gegangen bist?

Was habe ich getan, in dem Moment, als du dich für die Traurigkeit in deinem Leben entschieden hast?

Was habe ich getan, in dem Moment, als du resigniert hast?

Vergrub ich meine Füße im heißen Sand von Afrika? Tauchte ich ein.. ins warme Nass und suchte Korallen? Saß ich friedlich rücklinks auf dem Schoß eines anderen?

Küsste ich?

Liebte ich?

Was tat ich, in jenem Moment?

Ich befülle meinen Mund mit einem Lächeln, danach lösche ich alles, mit Tränen. Nachts suche ich mit zusammengekniffenen Augen nach dem hellsten Punkt am Himmel, dabei Winkel ich meine Beine an und genieße die einströmende Luft, wippe ungeduldig hin und her.
Im Hintergrund spielt eine Symphonie, die Melodie klingt leise aus und meine Gedanken prallen dumpf an den Wänden ab, bevor die Tapete sie aufsaugt.

Ich richte mich auf und stütze meine Ellenbogen auf dem Fensterbrett ab, strecke meinen Hals raus, ins kühle feuchte Nass. Atme tief ein und aus, versuche so Gedanken loszuwerden, die sich hartnäckig wie Kleber zwischen meinen Synapsen festkrallen.

Ich sinke zurück aufs Bett, seufze, blicke an die Decke und mein rechter Zeigefinger wickelt eine dünne Haarsträhne um sich herum. Ich brauche Ablenkung. Langsam stehe ich auf und laufe auf Zehenspitzen in Richtung Schreibtisch, als könnte ich jemanden aufwecken, aber hier ist niemand. Außer mir. Ich öffne die Schublade und ziehe einen Ordner, gefüllt mit Papieren hervor. Öffne ihn. Meine Pupillen huschen über kleingeschriebene Notizen. Wut kocht in mir hoch, türmt sich auf, schäumt. Ich kriege Gänsehaut und gleichzeitig entrinnen mir meine Sinne. Ein lauter Schlag. Mein Handrücken ziert eine große, rote Fläche. Ich lasse mich rückwärts auf den harten Fußboden sinken und beginne damit alles zu zerreißen. Alles, was Erinnerungen schafft. Aus untragbarer Wut. Aus Traurigkeit. Aus Hass. Aus Liebe. Aus unerträglicher Nähe, die gleichzeitig gefüllt ist mit schwebender Distanz.

du.

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Wenn kleine Hände über deinen Handrücken streichen, fünf kleine Finger deine Haarsträhne zurück hinters Ohr klemmen, eine kleine Person auf dich zu gerannt kommt und dich bis zum Bauchnabel wild und fest umarmt.

So doll zudrückt dass du fast keine Luft mehr kriegst. Deine Lunge hält den Atem an, dein Lächeln steht still, wie festgefahren vor Glück.

Der kleine Moment, von hinten überfallen. Mit Schwung schlingen sich zwei Ärmchen um deinen Hals, du wirfst vor Begeisterung den Kopf in den Nacken. Blickst mit ihm zusammen in den knallblauen Himmel, bewunderst die Stille, fühlst den Augenblick.

In diesem einen Moment möchte ich die Zeit anhalten, alles einfrieren, aufsaugen, inhalieren. Für immer festhalten und konservieren. Solche Momente sind nicht greifbar, vergänglich. Jeden Tag den wir leben ,werden wir nie wieder zurückbekommen.

Diese Vorstellung beängstigt mich. Manchmal an kalten Wintertagen und manchmal genau dann wenn es Sommer wird und die laue Luft meine Haare durcheinander wirbelt, ich still im Park sitze, eine Hand im Gras, die andere gegen’s Licht gehalten, um Wolken zu erkennen, nebenbei der wilden Umgebung lauschend.

Dann denke ich an genau solche Augenblicke. Wünsche mir, er würde nie älter werden. Wünsche mir, ich könnte ihn vor all seinen Enttäuschungen die ihn erwarten bewahren, beschützen. Ich wünsche mir, ich könnte ihm all seinen Kummer und den vielen Schmerz nehmen, die Tränen und die Traurigkeit, den Überdruss. Wenn ich könnte, würde ich all das gerne auf mich nehmen.

Und wenn ich so gegen das Licht starrend im Gras liege, dann, genau dann, wünsche ich mir ein Stück Unvollkommenheit zurück. Ein Stück Unbeschwertheit.

 
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